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Madagaskar by bike:Quer durch die große, rote Gewürzinsel im indischen Ozean. "Le numéro, écrivez le numéro sur la carte!" Verflixt, welche Nummer will der madagassische Zollbeamte nur wissen? Die unserer Fahrräder oder die Zahl der Gepäckstücke, mit denen wir wie Weihnachtsbäume behängt sind? Während neben uns eine Autoachse, verschnürte Säcke und riesige Kartons den Zoll passieren, interessieren sich die Soldaten mehr für unsere Räder als für die Überwachung der Sicherheit. Wo wir denn hinwollen? Warum ausgerechnet Madagaskar und dann noch mit dem Fahrrad? Sie sind begeistert und bringen uns sofort ein wenig Madagassisch bei: Manao ahoana! Guten Morgen. Fast hätten wir die lästigen Formalitäten vergessen. "Les vélos!" brummelt da der Zollbeamte. Das also ist die Ursache all der Aufregung: Unsere Räder dürfen auf keinen Fall unregistriert den Zoll passieren. Denn ein Fahrrad ist hier Gold wert. Nachdem wir endlich die Zahl zwei für unsere beiden Mountainbikes auf dem Einreisezettel eingetragen haben, geht alles ruck zuck. Jedes Gepäckstück wird schnell noch mit einem Kreidekreuz versehen, fertig. Draußen verhängen graue Wolken den Himmel, Nieselregen. Über 10.000 km Luftlinie sollten uns vom tristen Herbstwetter Europas trennen, doch die tropische Insel südöstlich von Afrika empfängt uns nicht gerade mit exotischen Temperaturen. Bis wir unsere Räder gesattelt haben, blitzen jedoch schon die ersten Sonnenstrahlen durch den Nebel. Antananarivo, die "Stadt der Tausend", erwacht. Wie von einem riesigen Magnet angezogen, bewegt sich ein Troß von Bussen, Autos und Ochsenkarren in Richtung der Hauptstadt. Sanfte Hügel mit vereinzelten Bäumen, Reisterrassen und rote, strohgedeckte Lehmhäuser bestimmen das Bild des Hochlandes um Tana. |
