Vanille-Schnüffler


Vanilleschnueffler

Die wichtigste Aufgabe in einem Unternehmen, das vom Vanilleexport lebt

Wie zum Skat sitzen drei Männer auf Ihren Schemeln im Kreis. In der Mitte steht ein Korb aus geflochtenen Palmenblättern. Jeder hält mit beiden Händen ein aufgefächertes Bündel. Nein, keine Karten, sondern Vanilleschoten, einen ganzen Packen, schokoladenbraun und seidig glänzend.
Ein süßlich-würziger Duft geht davon aus, schwer und beruhigend durchströmt er den gesamten Raum und vermischt sich mit dem weichen Rot der untergehenden Abendsonne. Die drei sind hauptberufliche Vanilleschoten-Schnüffler. Ein außergewöhnlicher Beruf und zugleich die wichtigste Aufgabe in einem Unternehmen, das vom Vanilleexport lebt.
Denn, "wenn auch nur eine einzige schlechte Schote in einem Bündel Vanille nicht entdeckt wird, dann werden alle anderen angesteckt und ungenießbar" erklärt mir der Chef der Kooperative, ein Madagasse mit chinesischem Aussehen. Deshalb müssen alle Schoten einzeln durchgerochen werden und dazu braucht man Leute mit einer besonderen Nase, von denen es nicht allzuviele gibt.
Wer allerdings eine solche besitzt, hat einen krisenfesten Arbeitsplatz, denn eine Maschine wird die drei Schnüffler wohl nie ersetzen können.